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In Europa von Bedeutung
Die Ehrlichia-Arten werden nach den von ihnen befallenen Wirtszellen folgendermaßen eingeteilt:
Mononukleäre Ehrlichiose Ehrlichia (E.) canis (Hund) Ehrlichia (E.) chaffeensis (Mensch) Granulozytäre Ehrlichiose Ehrlichia (E.) phagocytophila (Hund, Wiederkäuer, Mensch) Thrombozytäre Ehrlichiose Ehrlichia (E.) platys (Hund)
Vorkommen Die Ehrlichiose ist in ganz Europa verbreitet E. canis ist der wichtigste Erreger der Ehrlichiose beim Hund. Der Vektor für E. canis ist die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). Ihre Verbreitung ist auf ein Gebiet zwischen dem 50° nördlicher und 35° südlicher Breite beschränkt. E.-canis-Infektionen sind bisher aus Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, dem ehem. Jugoslawien, Irland, Griechenland, Dänemark, Schweiz, Niederlande, Österreich, Ungarn und Polen bekannt. Teile des Verbreitungsgebietes der Braunen Hundezecke E. platys-Infektionen von Hunden wurden bisher nur in Frankreich, Griechenland, den USA und Israel nachgewiesen. E. platys-Infektionen werden mit dem in Deutschland hauptsächlich zum Nachweis von E. canis verwendeten IFAT nicht angezeigt. Erschwerend kommt hinzu, daß der Vektor dieser Ehrlichia sp. noch unbekannt ist. E. phagocytophila wurde in der Schweiz, Schweden, Italien und den USA nachgewiesen.
Beim Menschen kommt E. chaffeensis vor allem in den USA vor, es wurde auch über Infektionen aus Spanien und Portugal berichtet. Potentiell humanpathogen sind zudem E. canis und E. phagocytophila.
Übertragung
Bei der Ehrlichiose handelt es sich um eine Zoonose E. canis und E. platys werden von der Braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen. E. phagocytophila wird durch den gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) und durch Dermacentor variabilis übertragen E. chaffeensis wird durch Ablyomma americanum und Dermacentor variabilis übertragen
Wichtige klinische Symptome
E. canis Infektion beim Hund
Akute Phase
Fieber Apathie Anorexie Blutungen seltener sind: blasse Schleimhäute neurologische Symptome Chronische Phase Abmagerung Blutungsneigung mit meist petechialen Blutungen in der Haut und auf Schleimhäuten seltener sind: blutiger Kot Ödeme an den Gliedmaßen
Inkubationszeit 5 - 21 Tage
E. platys Fieber Lymphadenopathie Anorexie
Inkubationszeit 8 - 15 Tage
Diagnose
Ehrlichiose und andere Rickettsiosen beim Hund haben als typisches Hauptsymptom folgendes gemeinsam:
Alle verursachen eine Thrombozytopenie, die, falls die Thrombozyten unter einem Wert von < 50.000 Zellen/µl liegen, zu Blutungen, meist Petechien, führen können. Diese Thrombozytopenie hat folgende Ursachen: Befall des Knochenmarks durch Ehrlichien Disseminierte intravasale Koagulopathie (DIC) Eventuell trägt eine Splenomegalie und damit eine Verteilungsstörung mit dazu bei In etwa der Hälfte der Fälle kommt zusätzlich eine Auto-Antikörper-Bildung gegen die Thrombozyten hinzu Daneben spielen noch weitere immun-mediierte Vorgänge eine Rolle, die z. B. zu einer Glomerulonephritis führen.
E. canis vermehrt sich in den mononukleären Zellen seines Wirtes. Dadurch wird die Erkrankung auch monozytäre Ehrlichiose genannt. Im Krankheitsverlauf sind mehrere Phasen zu unterscheiden: Kurz nach der Infektion kann eine "akute Phase", die 2 bis 4 Wochen dauert, auftreten. Sie ist durch unspezifische Symptome wie Fieber, Apathie, Anorexie, Blutungsneigung durch Thrombozytopenie, blasse Schleimhäute, seltener durch Hyperästhesie, Paresen, Kopfnervenausfälle und Polyarthritiden gekennzeichnet
An die akute Phase schließt sich eine subklinische Phase an, in der die Tiere den Erreger meist nicht eliminieren können. Diese Phase kann wenige Wochen bis Jahre dauern (Übergang in die chronische Phase). Die Tiere fungieren in dieser Zeit unerkannt als Erregerreservoir
In der chronischen Phase der Erkrankung kommt es zu Abmagerung, Blutungsneigung mit petechialen Blutungen in Haut und Schleimhäuten, eventuell zu blutigem Kot und Ödemen an den Gliedmaßen. Die Tiere weisen eine Thrombozytopenie auf E. platys siedelt sich in den Thrombozyten an. Die Inkubationszeit beträgt 8 bis 15 Tage. Es kommt zu Fieber, Lymphadenopathie, Anorexie und vereinzelt auch zu Blut im Fäzes.
E. phagozytophila befällt die Granulozyten des Wirtes. Daher wird auch eine Erkrankung mit dieser Subspezies als granulozytäre Ehrlichiose (canine granulozytäre Ehrlichiose) bezeichnet. Die Erkrankung mit dieser Subspezies verläuft beim Hund meist mit mildem Fieber und Mattigkeit.
Bei Katzen ist Ehrlichiose sehr selten. Die Ehrlichia-Spezies, die Katzen auf natürlichem Wege infiziert, ist noch nicht ermittelt. Falls Katzen erkranken, zeigen sie ein ähnliches Krankheitsbild wie Hunde.
Menschen können an E. chaffeensis, E. canis, E. phagocytophila, E. equi und E. sennetsu erkranken. Etwa 60% der Infektionen verlaufen asymptomatisch. Die Patienten zeigen heftige Kopfschmerzen, Arthralgie, Rückenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Bei unbehandelten Patienten kann das Fieber über mehrere Wochen andauern.
Therapie
Das Mittel der Wahl ist Doxycyclin 10 mg/kg Kgw. 2 x tägl. p. o. 3 Wochen lang, zusammen mit Imidocarb-dipropionat 6,6 mg/kg 2 x im Abstand von 2 Wochen s. c. im Flüssigkeitsdepot. Zusätzlich zum Doxycyclin muß ein Magenschutzmittel z. B. Misoprostol 2-5 µg/kg Kgw. p. o. 3 x tägl. gegeben werden. Falls zusätzlich Antikörper gegen die Thrombozyten vorhanden sind und die Thrombozyten allein durch die Ehrlichiosetherapie nicht ansteigen, muß evtl. Prednisolon in einer Anfangsdosis von 1 mg/kg gegeben werden .
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